Menschenmenge

Themenfelder

Die Kultur- und Sozialanthropologie beschäftigt sich in vergleichender Perspektive mit den mit Kolonialismus, Postkolonialismus, Globalisierung und den soziokulturellen Flüssen der Gegenwart verbundenen Prozessen. Der Schwerpunkt der Forschung liegt im außereuropäischen Raum, im internationalen Vergleich und in transnationalen Forschungsfeldern. Methodologische Aspekte der historischen Anthropologie werden ebenfalls vertreten. Neue theoretische und methodische Ansätze versuchen die Forschungsfragen aus multiplen und nicht allein aus europäisch-amerikanischen Perspektiven zu analysieren. Darüber hinaus geht es um die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt in globaler Perspektive sowie um deren Organisation.

In der Pflegewissenschaft steht das Handlungsfeld Pflege im Mittelpunkt. Dieses umfasst die gesamte Lebensspanne eines Menschen, bezieht sich auf verschiedene Ebenen (Individuum – Politik) und das gesamte Versorgungskontinuum. Neben der Grundlagenforschung sind die angewandte Forschung sowie der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis von zentraler Bedeutung. Die Forschungsschwerpunkte der Pflegewissenschaft liegen in der Familienbezogenen, Onkologischen und Gerontologischen Pflege. In der Familienbezogenen Pflege wird auf die familiäre Krankheitsbewältigung im akuten wie häuslichen Bereich, in der Onkologischen Pflege auf krankheits- und therapiebezogene Erfahrungen sowie entsprechende Assessments und Interventionen und in der Gerontologischen Pflege auf Phänomene der Pflegebedürftigkeit sowie Menschen mit demenziellen Erkrankungen fokussiert.

Die Politik- und Staatswissenschaft beschäftigen sich empirisch und theoretisch mit Politik und Governance, Staat und Demokratie und ihrer Entwicklung und Veränderung in unterschiedlichen Weltregionen. Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Globalisierung und Europäisierung, dem Vergleich zwischen Demokratien – etablierten wie jungen –, der Erforschung von öffentlicher Meinung, Wahlforschung, Koalitionsforschung, Repräsentationsforschung, der Migration unter der Perspektive gesellschaftlicher Inklusion und Exklusion, der Transformation von Geschlechterverhältnissen, Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Ressourcenforschung sowie Visual Studies. Die Arbeit zeichnet sich durch problemorientierte Perspektiven in Forschung und Lehre, plurale Forschungsansätze und interdisziplinäre Kooperationen aus.

Die Forschung in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft behandelt Prozesse der privaten sowie öffentlichen medien- und technologievermittelten Kommunikation und deren infrastrukturelle Bedingungen. Im Mittelpunkt der Analysen steht der Wandel von medialen Vermittlungstechniken sowie Medieninhalten und den damit verbundenen Auswirkungen auf Individuen, Gesellschaft und Politik.

Die Arbeitsschwerpunkte der Soziologie schließen an die Traditionen der Wiener Soziologie an (Logischer Empirismus des "Wiener Kreis", Sozialphänomenologie von Alfred Schütz) und zielen zugleich auf aktuelle soziale Herausforderungen in Österreich und Europa. Die Forschungen sind so an gesellschaftlichen Problemen orientiert, empirisch ausgerichtet und weisen einen hohen Anwendungsbezug auf. Zugleich werden in den Forschungen der Soziologie stets auch für die Disziplin bedeutende theoretische Ansätze vertreten. Die aktuellen Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen (1) Arbeit, Organisation, Geschlechterverhältnisse, (2) Familie, Generationen, Lebenslauf, (3) Migration, Ethnizität, Soziale Ungleichheit sowie (4) Kultur, Wissen, Bildwelten.

Die Wissenschafts- und Technikforschung hat zum Ziel, die immer enger werdenden Verknüpfungen von wissenschaftlich-technischem und gesellschaftlichem Wandel zu erforschen. Dies ist wichtig, da wissenschaftlich-technische Innovationen immer öfter als zentrales Mittel gesehen werden, großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Die Forschung fokussiert dabei auf (1) die Dynamiken des Wissenschaftssystems, (2) die Wechselwirkungen zwischen Techno-Wissenschaften und Öffentlichkeiten sowie (3) das Verhältnis von techno-wissenschaftlichen Entwicklungen und demokratischen Praxen. Querliegend geht es um Werte und Bewertungen sowie um Verantwortung in Forschung und Innovation. Vergleichende Perspektiven zwischen wissenschaftlichen Feldern, nationalen oder institutionellen Kontexten spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle wie methodische Innovationen im Bereich der qualitativen Sozialforschung.

Quer zu den Fachbereichen liegt ein Schwerpunkt auf einer tiefergreifenden Auseinandersetzung mit den vielfältigen sozialwissenschaftlichen Methodenverständnissen, die von der Inanspruchnahme von Methoden als Werkzeuge für die Überprüfung von Forschungshypothesen bis hin zur Hervorhebung ihrer Verwobenheit mit der Theoriebildung reicht. Theoretische und methodologische Debatten quer über Disziplinen und epistemologische Grenzen hinweg werden angestoßen und gefördert. Die Zusammenführung von WissenschafterInnen aus verschiedenen Fachgebieten begünstigt Innovation und Fortschritt sowohl im Bereich der Theoriebildung als auch der angewandten Methoden, wobei derzeit ein Schwerpunkt auf Ethnographie, Umfrageforschung und Textanalyse gelegt ist. Dies wirkt insbesondere auf die Forschung in den Feldern der Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Sozialanthropologie zurück.