Menschenmenge

Themenfelder

Die Kultur- und Sozialanthropologie untersucht die Vielfalt kultureller Ausdrucks- und Lebensformen aus Sicht der jeweils Beteiligten sowie in vergleichender und historischer Perspektive. Diese Prozesse werden im Kontext regionaler und globaler Entwicklungen verstanden. Ein Schwerpunkt der Forschung liegt im außereuropäischen Raum sowie im internationalen Vergleich und in transnationalen Zusammenhängen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wechselwirkungen globaler Transformationen mit lokalen Prozessen der Gegenwart. Einsichten aus dem „globalen Süden“ und den Bereichen, die oft als „euro-amerikanische Peripherie“ beschrieben werden, finden in den multiplen theoretisch-methodischen Ansätzen der Kultur- und Sozialanthropologie besondere Beachtung.

Die Arbeitsschwerpunkte der Soziologie liegen in der Analyse aktueller sozialer Herausforderungen und Entwicklungen in Österreich und Europa. Die Forschungsarbeiten sind an gesellschaftlichen Problemen orientiert, empirisch ausgerichtet und weisen einen hohen Praxisbezug auf. Eingebunden in internationale Diskurse werden für die Disziplin relevante Gesellschaftsdiagnosen zu soziologischen Theorien verdichtet. Die aktuellen Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen (1) Arbeit, Organisation, Geschlechterverhältnisse, (2) Familie, Generationen, Lebenslauf, (3) Migration, Stadt, soziale Ungleichheit sowie (4) Wissen, Kultur, Bildwelten.

Die Politik- und Staatswissenschaft beschäftigen sich empirisch und theoretisch mit Politik und Governance, Staat und Demokratie und deren Entwicklungen und Veränderungen in unterschiedlichen Weltregionen. Sie decken dabei vier Kernbereiche ab: (1) Politische Theorie (Erforschung der ideengeschichtlichen und normativen Grundlagen politischer Ordnung, der Transformation von Geschlechterverhältnissen und der politischen Kultur), (2) Vergleichende Politik (Vergleich politischer Systeme in verschiedenen Weltregionen und Erforschung von demokratischer Repräsentation, der öffentlichen Meinung, politischer Institutionen und Organisationen, sowie verschiedener Politikfelder), (3) Österreichische Politik (Erforschung des politischen Wettbewerbs, von Migration und Diversität, sowie von Sozialpolitik) und Europäisierung und (4) Internationale Politik (Analyse von Globalisierung, Nachhaltigkeits- und Ressourcenforschung) und Europaforschung. In jedem dieser Bereiche zeichnet sich die Arbeit durch problemorientierte Perspektiven in Forschung und Lehre, plurale Forschungsansätze und interdisziplinäre Kooperationen aus. Eine übergreifende Klammer in der Forschung bilden politische Transformationsprozesse.

Die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft behandelt Prozesse der privaten sowie öffentlichen medien- und technologievermittelten Kommunikation und deren infrastrukturelle Bedingungen. Im Mittelpunkt der Analysen steht der Wandel von medialen Vermittlungstechniken sowie Medieninhalten und den damit verbundenen Auswirkungen auf Individuen, Gesellschaft, Politik und Geschlechterverhältnisse. Die zentralen Forschungsthemen liegen derzeit in den Feldern (1) Journalismus, (2) politische Kommunikationsforschung und Medienpolitik, (3) Werbung und Public Relations, (4) Mediengeschichte und Medienwandel bzw. neue Medien sowie (5) Methodenentwicklung.

Im Fokus der Wissenschafts- und Technikforschung stehen die immer enger werdenden Verknüpfungen von wissenschaftlich-technischem und gesellschaftlichem Wandel. Dies zu analysieren ist heute zentral, da wissenschaftlich-technische Innovationen als wirtschaftlicher Motor und als ein Mittel zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen gesehen werden. Gleichzeitig werfen neues Wissen und neue Technologien vielfach auch zum Teil konfliktträchtige gesellschaftspolitische Fragen auf. Thematisch geht es darum, zu analysieren, wie Wissen und Innovationen entstehen, welche Rolle Wissenschaft und Technik in der Gestaltung von Gesellschaften auf globaler und lokaler Ebene spielen und wie dies in Demokratien diskutiert und mitgestaltet werden kann. Themenübergreifend geht es um die Rolle von Werten und Bewertungen in Wissenschaft und Gesellschaft sowie um Fragen der Verantwortung in Forschung und Innovation. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den jeweiligen naturwissenschaftlich- technischen Fächern hat in der Wissenschafts- und Technikforschung einen zentralen Stellenwert.

In der Pflegewissenschaft steht das Handlungsfeld der Pflege im Mittelpunkt und umfasst dabei die gesamte Lebensspanne eines Menschen. Die Analyse betrachtet dabei sowohl die verschiedenen Ebenen, vom Individuum über die Familie bis hin zu gesellschaftlichen und politischen Strukturen, als auch das gesamte Versorgungskontinuum. In allen drei derzeit bearbeiteten Themenfeldern — familienbezogene, onkologische und gerontologische Pflege — wird durch die pflegewissenschaftliche Forschung ein Bindeglied zwischen einem medizinischen und einem sozialwissenschaftlichen Blickwinkel auf gesellschaftlich relevante Phänomene geschaffen. Neben der Grundlagenforschung und der Entwicklung sowie Evaluierung von Interventionen stehen Versorgungs- und Implementierungsforschung im Zentrum.

Im Zentrum der Forschung der Internationalen Entwicklung stehen die transdisziplinäre Untersuchung und Reflexion globaler Ungleichheiten, die kritische Begleitung der Entwicklungszusammenarbeit sowie Fragen der Methodologie und Methodik der Entwicklungsforschung. Erst diese Integration unterschiedlicher Perspektiven in der Analyse von Problemfeldern erlaubt ein tiefergreifendes Verständnis politischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Prozesse, Dynamiken und Machtstrukturen auf globaler und lokaler Ebene. Transdisziplinäre Entwicklungsforschung bezieht daher Perspektiven aus unterschiedlichen Wissens- und Praxisfeldern ein und ist dabei um eine Verknüpfung von Theorie und Praxis bemüht.

Das Forschungsprofil der Fakultät wird durch fachübergreifende Zusammenarbeit ergänzt. Diese findet zum einen durch eine tiefergreifende Auseinandersetzung mit den vielfältigen sozialwissenschaftlichen Methodenverständnissen statt, von der Inanspruchnahme von Methoden als Werkzeuge für die Überprüfung von Forschungshypothesen bis hin zur Hervorhebung ihrer Verwobenheit mit der Theoriebildung.